Geschichte der Feuerwehr in Öschingen

Hinweise über die ältesten Brandverhütungsmaßnahmen finden sich im Gemeindearchiv. Im Vogt-Ruggerichtsprotokoll von 1747 hieß es, dass der Bürgerschaft wiederholt eingeschärft wurde, "nach denen fürstlichen Verordnungen die dahier noch seyende Strohtächer nach und nach abzuschaffen".

1761 lesen wir in den Bürgermeisterrechnungen: "Die Besichtigung der Gebäu und Feuerstätt ist heuer der Observanz (Gewohnheit) gemäß wiederum 2mahlen geschehen".

Den ersten Hinweis auf eine Fahne finden wir: "den 18ten April 1807 hat Anna Maria, Jacob Haugen Tochter auf Angeben (im Auftrag) den Feuer-Fahnen auf beeden Seiten mit neuem Band doppelt eingefasst und überhaupt ganz ausgebessert, daran verdient, samt Band und Seide, 2 Gulden 24 Kreuzer".

Am 31. Dezember 1844 "ist der versammelten Gemeinde die Feuerpolizei-Ordnung ihrem ganzen Inhalte nach durch den Orts-Vorstand publiziert und bekannt gemacht worden. Die Feuergeräthschaften sind untersucht und in Gutem und Brauchbarem Zustande erfunden auch die Feuer-Spritzen probiert und brauchbaar erfunden worden."

Gründung der Feuerwehr Öschingen

In Öschingen besteht eine Organisierte Feuerwehr seit dem 23. November 1888.
Am 15. Oktober 1886 versammelten sich in Öschingen die Gemeinde-Collegien um mit Bezirksfeuerlöschinspektor Herrmann aus Rottenburg die Umsetzung der Landesfeuerlöschordnung vom 07. Juni 1885 zu beraten.
Der Gemeinderat beschloß in dieser den Entwurf einer neuen Lokalfeuerlöschordnung, sowie die Organisation und Einteilung einer Feuerwehr.
In der am 23. November 1888 aufgestellten Lokalfeuerlöschordnung der Gemeinde Öschingen war die neu gegründete und militärisch organisierte Feuerwehr in sechs Züge untergliedert. An der Spitze der Gesamtmannschaft standen der Kommandant Johannes König, sein Stellvertreter war Konrad Schneider und Hornist Michael Herrmann.

Diese Feuerwehr war wie folgt gegliedert:

1. Zug Dach- und Stocksteiger, Retter und Schlauchleger 27 Freiwillige
2. Zug Spritzenmannschaft 19 Mann
3. Zug Ablösung für 2. Zug 17 Mann
4. Zug Spritzenmannschaft alte Spritze 27 Mann
5. Zug Wasserträger und Schöpfer 19 Mann
6. Zug Flüchtungs- und Wachmannschaft 21 Mann
Sonder- Feuerreiter 4 Mann
aufgaben Sturmläuter 7 Mann
  Beleuchtung des Brandplatzes 2 Mann
  Bachschweller 2 Mann
  Fuhrleute zur Spritze 4 Mann

 

Diese Auflistung zeigt, daß im Gründungsjahr der Feuerwehr insgesamt 152 Personen (bei 957 Einwohnern) zum Feuerwehrdienst verpflichtet waren. Dienstverpflichtet waren alle männlichen Einwohner zwischen dem 18. und 55. Lebensjahr, ausgenommen Kranke, Gebrechliche, Pfarrer und Lehrer.
Die einzelnen Züge trugen zur Kennzeichnung verschiedenfarbige Armbinden. Jährlich hatte der 1. Zug mindestens 6, die übrigen Züge 4 Übungen abzuhalten.
Der 1. Zug wurde schon damals wegen des erhöhten Gefahrenrisikos aus Freiwilligen gebildet.
Die Wasserversorgung war durch den Öschenbach mit verschiedenen Schwellmöglichkeiten sowie 6 laufende und 4 Pumpbrunnen gewährleistet.

Weiter ist in der Lokalfeuerlöschordnung geregelt:
Der Ausbruch eines Brandes war zuerst dem Ortsvorsteher anzuzeigen. Dieser ließ die Feuerwehr alarmieren und schickte bei gefährlichen Bränden Feuerreiter in die Nachbargemeinden. Bei einem Brand im Ort wurde mit beiden Glocken, bei einem auswärtigen Brand nur mit der großen Glocke geläutet. Zusätzlich wurde durch den Hornisten Feuersignal gegeben. Sobald Sturm geläutet wurde, hatten sich die vier Feuerreiter mit ihren Pferden vor dem Rathaus einzufinden. Dabei erhielt der erste eine Prämie von 2 Mark, der zweite 1,50 Mark und der dritte noch 1 Mark.
Öschingen bildete zusammen mit Mössingen, Talheim, Ofterdingen und Gönningen einen Brandhilfsverband.

"Am 1. September 1912 hat sich unter dem Namen Feuerwehr - Verein Oeschingen ein Verein von Freiwilligen gegründet, welcher sich zur Pflicht macht, bei Feuersgefahr das Leben und Eigentum der Einwohner des hiesigen Orts und der nächsten Umgegend nach Kräften zu schützen. Er bildet seitdem das erste Glied des ganzen Feuerlöschwesens".

Eine wichtige Neuerung auch für die Feuerwehr war die Fertigstellung der Wasserleitung mit 51 Hydranten im Jahre 1911. Nun konnte auch ohne Feuerspritze ein Löschangriff aufgebaut werden, und mit zwei Hydrantenkarren durch 4 C-Rohre gelöscht werden.
Dies brachte eine Neugliederung der Feuerwehr mit sich, die durch eine geänderte Lokalfeuerlöschordnung vom 7. November 1912 folgendermaßen aussah:

1. Zug Steiger und Retter
2. Zug Hydrantenmannschaft
3. Zug Spritzenmannschaft
4. Zug Leitermannschaft
5. Zug Flüchtungs- und Wachmannschaft

 

Mit Gottlieb Schneider (Schmid) wurde in der neuen Lokalfeuerlöschordnung erstmals ein Geräteverwalter zur Reinigung der Spritzen und Gerätschaften aufgestellt. Neben den bisherigen Feuerreitern (Georg Luz, Bauer; Konrad Schneider, Fuhrmann; Christian Schneider, Fuhrmann) wurden nun auch Radfahrer als Feuermelder eingeteilt (Christoph Bader, Metzger; Wilhelm Rempfer, Fabrikarbeiter; Friedrich Frey, Fabrikarbeiter). Für das Feuermelden wurden folgende Vergütungen geleistet: nach Mössingen und Gönningen 2 Mark, nach Talheim 2,50 Mark und nach Ofterdingen 3 Mark pro Mann und Pferd oder Fahrrad.

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Öschingen

Bei einer Visitation der hiesigen Feuerwehr durch den Bezirksfeuerlöschinspektor am 2. Oktober 1925 wurde die Umstellung in eine Freiwillige Feuerwehr dringend empfohlen, da das Interesse für den Feuerwehrdienst in der Gemeinde sehr gering sei und nur dadurch gehoben werden könne. Nachdem in den beiden darauffolgenden Jahren nichts geschah machte der damalige Kommandant Adolf Kuppler im März 1928 wieder einen Vorstoß und regte an, daß in Öschingen wie in den umliegenden Ortschaften eine Freiwillige Feuerwehr gegründet werden sollte, da er mit Leuten, welche ihre Pflicht in freiwilliger Weise erfüllten, viel leichter arbeiten könne, als mit solchen, die nur zwangshalber ihre Pflicht tun müssen.
Der Gemeinderat hatte nichts dagegen, bezweifelte aber, ob sich genügend Leute melden werden. Einen Monat später hatten sich allen Befürchtungen zum Trotz bereits 65 Männer zum Beitritt in eine Freiwillige Feuerwehr bereit erklärt.
So konnte schließlich in einer am 10. Mai 1928 abgehaltenen Versammlung mit 80 freiwilligen Männern die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Öschingen beschlossen werden.

Diese war folgendermaßen gegliedert:

Stab 1 Kommandant 9 Mann
  1 Stellvertreter  
  1 Schriftführer und Kassier  
  1 Geräteverwalter und zugleich Spritzenmeister  
  2 Hornisten  
  2 Sanitätsmänner  
  1 Elektriker  
1. Zug Steiger und Retter 30 Mann
2. Zug Hydrantenmannschaft 25 Mann
3. Zug Spritzenmannschaft, Wasserträger, Schöpfer und Wachmannschaft 27 Mann

 

Die feuerwehrpflichtigen Männer vom 20. bis 40. Lebensjahr, die keinen Feuerwehrdienst leisteten mussten von nun an eine jährliche Feuerwehrabgabe von 5 Reichsmark entrichten. Die Kasse der freiwilligen Feuerwehr erhielt von der Gemeinde einen jährlichen Betrag von 100 RM.

Am 19.9.1936 wurde eine Umbildung der Freiwilligen Feuerwehr vollzogen und die Mannschaftsstärke auf 43 Mann festgesetzt.

Im Jahre 1944 wurde im Pfarrgarten ein provisorischer Feuerlöschteich angelegt. Dieser war am 21. April 1945 von großem Nutzen, als es nach einem Luftangriff an fünf Stellen im Ort gleichzeitig brannte.

Über den Zustand des neu angelegten Pfarrweihers beklagte sich schon 1947 Pfarrer Schaible: "Wasser ist keines mehr darin; es ist nur noch ein übles Schlammloch, das eine Brutstätte der Schnaken und der Kröten bildet". Die geforderte Eindeckung dieses "Biotops" wurde vom Gemeinderat aber noch 1949 als unverantwortlich abgelehnt.

In den Kriegsjahren unterlag die Zahl der Feuerwehrangehörigen großen Schwankungen.
Von 1939 - 44 Mann, 1940 - 19, 1941 - 47, 1942 - 35, 1943 - 33, 1944 - 57 und 1945 - 74 Mann reichen die Aufzeichnungen im Rapportbuch.
Die einberufenen Kameraden wurden am 10.9.1939 durch die "Einteilung der Altersabteilung" teilweise ersetzt. Diese wählte am 12.11.1939 ihren Kommandanten und den Stellvertreter.

Am 30.11.1946 wurde durch die französische Militärregierung die Mannschaftsstärke der Freiw. Feuerwehr Öschingen auf 21 Mann festgesetzt. Nach der vorliegenden Stärkemeldung mit 39 Mann waren "somit sofort d.h. auf 1. Dezember 1946 zus. 18 Mann aus der Wehr auszuscheiden."
Weiter heißt es: "Die Feuerwehr erhält die Bezeichnung nicht motorisierte Feuerwehr."

Am 2. August 1953 feierte die Freiwillige Feuerwehr Öschingen ihr 25 jähriges Bestehen mit einem großen Feuerwehrfest. Über 1000 Gäste versammelten sich bei Leistungswettkämpfen, beeindruckenden Schauübungen und einem Umzug.

Am 2. Januar 1954 wurde ein Spielmannszug mit 3 Trommeln und 4 Querflöten gegründet, der aber offensichtlich nicht längeren Bestand hatte.

Durch die Eingemeindung von Öschingen nach Mössingen, wurde die Freiwillige Feuerwehr Öschingen am 1. Dezember 1971 zur Abteilung Öschingen der Freiwilligen Feuerwehr Mössingen.

Am 15.12.1988 wurde im Feuerwehrhaus Öschingen von den Ehrenmitgliedern die Altersabteilung gegründet.

Ein großer Tag der Öschinger Feuerwehr war der Samstag, 03. Dezember 1994. Hier konnte in einem Festakt die von einem Feuerwehrmitglied gestiftete Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Öschingen von der Patenwehr Bodelshausen übergeben werden.

Die Kommandanten der Feuerwehr Öschingen

1886 bis 1897 Johannes König
1897 bis 1919 Gustav Ayen
1919 bis 1924 Johannes Krumm
1924 bis 1933 Adolf Kuppler
1933 bis 1947 Georg Walter
1947 bis 1965 Viktor Rein
1965 bis 1970 Hans Rein
1970 bis 1990 Werner Eißler
1990 bis 2003 Felix Rein
2003 bis heute Jochen Rein

 

Geräte der Feuerwehr Öschingen

Über das Inventar der Feuerwehr erfahren wir erstmals aus den ältesten Bürgermeisterrechnungen. Dort sind im Jahre 1768 aufgeführt: "28 Feuerkibel und außen am Rathauß unter einem Tächlen 5 Feuerlaitern sowie 2 Feuer-Hacken".

Aus dem Jahre 1806 wird berichtet, dass Schultheiß Johannes Kuppler und Bürgermeister Conrad Rudolf "mit Jacob Haussmann Feueräimer-Macher in Reutlingen einen Acort gemacht haben, weil sie nach Oberamtlichem Befehl 14 Stück neue Feueräimer zur Kommun anschaffen sollen".

Der erste Hinweis auf eine eigene Feuerspritze in Öschingen findet sich unter dem 10. Oktober 1807: "Schon im Merzen des Jahres hat Joh. Adam Keller Meister-Schreiner auf Angeben 2 neue Seie-Kästle zur hiesigen Feuerspritze gemacht; jedes 3 Schuh lang und 2 Schuh breit, daran wohl verdient 3 Gulden." Um diese Spritze muß es sich auch handeln, wenn die Überlieferung zutrifft, daß die Öschinger einst ein Stück Wald, das "Spritzenwäldle" an die Gemeinde Genkingen verkauften, um mit dem Erlös ihre Feuerspritze zu kaufen.

Dass diese erste Feuerspritze keine Kleinigkeit war steht im Gemeinderatsprotokoll von 1831: "Da nun bisher die Feuer-Spritze mit 3 Pferden geführt, aber Beschwerde vorkommen, daß dieselbe zu schwähr... so wird beschlossen daß ferner 4 Pferd an der Spritze paßieren sollen und das 3te und 4te Pferd gleich bezahlt werden sollen".

Im Jahre 1858 gab es einen Mängelbericht: "Die Feuereimer der Gemeinde sind beinahe durchgängig in einem mangelhaften Zustande und lassen das Wasser durchlaufen. Da man nicht wissen kann wie bald man solche braucht, so muß für deren Verzeichnung und Herstellung alsbaldige Vorkehrung getroffen werden...".

Eine bedeutende Verbesserung des Feuerlöschwesens in Öschingen brachte das Jahr 1876. Bei einer am 14. August 1874 vorgenommenen Visitation der hiesigen Feuerlöschgerätschaften durch den Landesfeuerlöschinspektor Großmann aus Stuttgart wurde die Anschaffung einer Saugfeuerspritze als dringendes Bedürfnis bezeichnet. Die vorhandene alte Stoßspritze entsprach nicht mehr den Anforderungen der Zeit. Der Gemeinderat beschloß daraufhin am 25. Februar 1875 eine zeitgemäße Saugfeuerspritze der Fa. Kurtz aus Stuttgart anzuschaffen. Die heute noch voll funktionsfähige Spritze wurde 1876 ausgeliefert.

Bei Gründung der Feuerwehr Öschingen am 23. November 1888 sind unter anderem folgende Löschgeräte aufgeführt: eine vierrädrige, zwei-strahlige Saugfeuerspritze mit 130 m Druckschlauch, eine gut erhaltene alte Stoßspritze, sowie eine Handspritze.

Im Jahre 1911 erfuhr das Feuerlöschwesen in Öschingen eine grundlegende Verbesserung. Mit einem Kostenaufwand von 70.700 Mark wurde die örtliche Wasserleitung gebaut. Hierzu wurden 4.375 M Staatsbeitrag gewährt. Öschingen besaß nun 51 Hydrantenanschlüsse, die im ganzen Dorf verteilt waren. Zur Nutzung wurden 2 Hydrantenwagen angeschafft.
Im Jahre 1928 wurde die Quellwasserversorgung durch Erstellen einer Grundwasserfassung erweitert. Diese bestand aus einer Sickeranlage mit einem Pumpwerk und wurde mit einem Kostenaufwand von 25.825 RM gebaut. Die Gemeinde erhielt hierfür einen Beitrag von 1.158 RM aus der Zentralkasse zur Förderung des Feuerlöschwesens.

1928 wurden für den 1. Zug der Feuerwehr Lederhelme beschafft.

Zur Geräteausstattung der Feuerwehr wurde 1935 eine mechanische Leiter der Fa. Magirus mit 12 m Steighöhe angeschafft.

Die erste motorisierte Spritze (TS 8) erhielt die FFW Öschingen im Jahre 1944. Erstmals konnte ohne hohen Personal- und Kraftaufwand Wasser gefördert werden.

Nachdem diese erste Motorspritze bei einem Hochwassereinsatz so beschädigt wurde, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnte wurde 1956 ein Tragkraftspritzenanhänger, ebenfalls mit einer Tragkraftspritze TS 8 erworben.

Die Alarmierung erfolgte ab 1953 über Sirene.

Das erste Fahrzeug wurde am 11. Februar 1969 gekauft, nachdem die Notwendigkeit bereits seit 1965 erkannt wurde, jedoch das nötige Geld fehlte. Hierbei handelte es sich um ein Löschgruppenfahrzeug LF 8, Aufbau Fa. Metz auf Mercedes Benz LAF 710.

Am 13. Januar 1992 konnte das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25, Baujahr 1970, Aufbau Fa. Metz auf Mercedes Benz LAF 1113 aus Mössingen übernommen werden. Wiederum eine wesentliche Verbesserung des Brandschutzes, werden doch jetzt im Fahrzeug 2500 Liter Wasser mitgeführt.

Als Ersatz für das LF 8 wurde am 08. Dezember 1997 das Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS, Baujahr 1973, Aufbau Fa. Ziegler auf Mercedes Benz LAF 1113, ebenfalls aus Mössingen übernommen.

Im Jahre 1999 konnte ein Hochleistungslüfter mit Wasserturbinenantrieb zur gezielten Entrauchung von Gebäuden angeschafft werden.

Das in die Jahre gekommene TLF wurde 2003 wiederum durch das bisherige Tanklöschfahrzeug TLF 16/25, Baujahr 1991 der Abteilung Stadtmitte ersetzt. Der Aufbau kam von der Fa. GFT, das Fahrgestell von Daimler Benz 1224 AF. Durch Gerätewart Thomas Rempfer auf unsere Belange umgebaut konnte auch mit diesem Fahrzeug die Schlagkraft nochmals erhöht werden. Nun können 2 Atemschutzgeräte bereits auf der Anfahrt angelegt werden, außerdem stehen Stromerzeuger, Beleuchtungsgerät, Tauchpumpe, Wassersauger, Motorsäge und Trennschleifer gleich zur Verfügung.

Im Dezember 2006 wurde zur Ausleuchtung von Einsatzstellen ein "Powermoon" angeschafft. Dieser liefert eine nahezu blendfreie, dem Tageslicht sehr ähnliche Beleuchtung.

Durch die Anschaffung einer Schmutzwasserpumpe (Chiemsee, Förderleistung bis zu 2000 l/min) konnte die Ausstattung zum Hochwasserschutz im April 2007 ergänzt werden.

Im November 2007 konnte wiederum von der Abteilung Stadtmitte der Mannschaftstransportwagen; ein Ford-Transit, Eigenausbau von Gerätewart Thomas Rempfer mit 9 Sitzplätzen übernommen werden. Somit stehen der Öschinger Feuerwehr nun 3 Fahrzeuge zur Verfügung.

Als Abschluss der Fahrzeugkonzeption 2010 der Gesamtfeuerwehr Mössingen wurde im Oktober 2009 das Wechselladerfahrgestell; Fa. MAN TGS mit Hiab Multilift und der Abrollbehälter Schlauch/Unwetter/LöRü; Fa. Sirch in Dienst gestellt. Diese Komponenten ersetzen zukünftig unser LF 16-TS und den Schlauchwagen SW 1000 der Abteilung Stadtmitte. Durch weitere Ausrüstung ergänzt entstand ein Fahrzeug mit umfangreicher Ausrüstung für die Wasserförderung über lange Wegstrecken, für Hochwassereinsätze und zur Löschwasserrückhaltung.

Unterbringung der Feuerwehr

Früher waren die Geräte der Feuerwehr in einer Remise im (alten) Rathaus und unter einem angebauten Dach untergebracht.

1953 wurde ein Feuerwehrmagazin erbaut (heute alter Bauhof).

Zur Unterbringung des 1969 angeschafften LF8 wurde in vielen freiwilligen Stunden eine Garage beim Gemeindebauhof angebaut.

Ein großer Tag für die hiesige Feuerwehr war nach zweijähriger Bauzeit die Übergabe des Feuerwehrhauses am 24. Oktober 1987.

Brände in Öschingen

Die größte, nachweisbare Brandkatastrophe in Öschingen ereignete sich Ende des dreißigjährigen Krieges. Die Gemeinde berichtete am 30. März 1649 an Herzog Eberhard III., daß französische Truppen das Dorf anzündeten und 27 der besten Häuser abbrannten. Die übrigen Häuser waren "durch das Kriegswesen dergestalt zugerichtet und zerrissen, daß sie gleichsam nicht mehr bewohnt werden konnten und täglich einzufallen drohten".

In der Chronik der Gemeinde Öschingen ist dies so beschrieben:
"Im dreißigjährigen Krieg ging fast der ganze Flecken zugrunde, nur 3 Gebäude samt der alten Kapelle gegenüber der heutigen Wirtschaft zur Krone sollen vom Feuer verschont geblieben sein."

Am 18. Juli 1880 brannten infolge eines Blitzschlages in der Obergasse vier Wohnhäuser und zwölf Scheunen ab. Obwohl bei diesem Großbrand die Feuerwehren aus Mössingen, Talheim, Ofterdingen und Gönningen den Öschingern beistanden konnte nicht viel mehr als das Vieh gerettet werden, da aus dem fast völlig ausgetrockneten Öschenbach kaum Löschwasser herbeigeschafft werden konnte.

Aus der von den jeweiligen Bürgermeistern geschriebenen Chronik der Gemeinde Öschingen erfahren wir:
"Am 23.11.1926 brannte das Doppelwohnhaus des Karl Bihler und Martin Schneider im Tanzgraben vollständig nieder. Entstehungsursache war Kurzschluß.

Am 26.10.1927 brannte die Gemeindebackküche teilweise aus. Entstehungsursache war Fahrlässigkeit des Gemeindebäckers, da dieser "brennende" Kohlen in einem Nebenraum und auf der Bühne aufbewahrte.

Am 18.9.1929 brannte das dem Johannes Ankele, Taglöhner, gehörende Wohn- und Ökonomiegebäude im Zinken lichterloh; jedoch konnte das Feuer auf die Scheuer beschränkt werden, so daß das angebaute Wohnhaus nur teilweise ausbrannte. Da starker Verdacht der Brandstiftung vorlag wurde der Hauseigentümer Johannes Ankele inhaftiert, nach etwa 3 Wochen aber wegen Beweismangels wieder auf freien Fuß gesetzt.

1. Januar 1932; während des Vormittagsgottesdienstes Feueralarm. Im Dachstuhl des Wohnhauses der Frau Fabrikant Schöller war infolge Fahrlässigkeit beim aufwärmen der Wasserleitung Feuer ausgebrochen, das aber im Keim erstickt wurde, so daß kein größerer Schaden entstand."

Unter dem 10. Februar 1935 lesen wir im Rapportbuch:
" Brandfall bei Christoph Bader z. Lamm. Ausbruch morgens 5 Uhr im Holzschuppen. Durch das energische Eingreifen der Feuerwehr konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden."

14. Juli 1939: "Brandfall bei Haug Georg in Dritteläcker durch Blitzschlag."

23. Dezember 1940: "Brandfall bei Eugen Ankele, Bäcker. Zwischendeckenbrand mit Zimmerbrand. Durch das umsichtige Handeln der Feuerwehr wurde ein großer Brand verhindert. Ausbruch des Brandes 21.45 Uhr."

Und schließlich der letzte in diesem Rapportbuch eingetragene Brand:
"Am 21. April 45 brannte es hier durch Brandgeschoß von Fliegern an 5 Stellen zugleich; durch tapferes u. mutiges Eingreifen der Feuerwehr sowie der Einwohnerschaft konnten sämtliche auf ihren Herd beschränkt werden."

In der Chronik der Gemeinde steht hierzu: "Am 21. April 1945 beschossen Jagdbomber der alliierten Streitkräfte den Ort mit Bordwaffen. In verschiedenen Häusern brach Feuer aus. Trotz starker Bekämpfung brannten folgende Häuser beinahe restlos nieder:
Wohnhaus und Scheuer der Friederike Schneider Wwe im Oberdorf, Wohnhaus und Scheuer des Johannes Hägele, Baumwart, im Oberdorf, in der Obergasse die Wohn- und Ökonomiegebäude des Jakob Ankele und Gottlieb Werner, sowie die Scheuern von Karl Bihler, Gottlob Mauser und Gottlieb Rein.

Am 21. April 1951 brach abermals in der Obergasse Feuer aus. Die Scheune der Marg. Ankele Wwe brannte vollständig ab."

Und an anderer Stelle: "Durch Jagdbomber wurden 4 Wohnhäuser und 2 Scheunen in Brand geschossen. Das Feuer konnte durch die hiesige Feuerwehr auf die Herde beschränkt werden. Eine wesentliche Hilfe war die neuangeschaffte Motorspritze."

 

Die schweren Tage in Öschingen - Den 18. Juli 1880

Friedlich an dem Sonntagmorgen, lagert an des Rossbergs Fuß
Öschingen, das kleine Dörfchen, Sonne schickt den ersten Gruß.

Von der Mühe sich erholet, froh der Mensch am Tag des Herrn,
Früh die Lüfte ! Horch, es grollet, grauser Donner schon von fern.

Näher, näher hört man's rollen, schwarze Wolken fliegen her,
Blitz auf Blitz ! Welch dumpfes Dröhnen, Herr uns bangt, schilt nicht so sehr.

Knall, was ist's ? Gott sei uns gnädig ! Feurig steigt die Lohe auf,
Jammernd, klagend, händeringend, sammelt sich das Volk zuhauf.

Ach es brennt ! Es flammt gewaltig, sechzehn Häuser äschern ein,
Gott, ach Gott, o willst du nimmer, mit dem Gnadenblick erfreun ?

Nieder glimmt der Flammen Wüten, traurig, schaurig, hier und dort,
Männer, Mütter, klagen, jammern, für die Nacht kein Zufluchtsort.

Hier die Witwe, dort der Bauer, obdachlos und trauernd stehn,
Herr mein Gott, lass ungetröstet, sie heut nicht zur Ruhe gehen.

Schulmeister Wolf in Waldebern